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Feuerwehr Siegen hat jetzt drei geprüfte Rettungshunde

Unter großer Anspannung standen jetzt drei angehende Rettungshundeführerinnen der Facheinheit „Rettungshunde und Ortungstechnik“ der Feuerwehr Siegen. Der Grund war die große Hauptprüfung für Hund und Hundeführer. Für diese Prüfung war extra ein Prüfer des Malteser Hilfsdienstes aus dem Raum Stuttgart ins Siegerland angereist, um die Prüfung abzunehmen. Statt die Prüflinge nacheinander einzeln zu prüfen, hatte sich Prüfer Lothar Barthel etwas Besonderes einfallen lassen. So hatte er ein Einsatzszenario konstruiert, dass drei zu prüfende Teams ergänzend abarbeiten mussten, um alle vermissten Personen zu finden.

Als Szenario wurde angenommen, dass eine Gruppe von sechs Personen am Vortag gegen 14 Uhr, in der Ortsmitte von Sohlbach einen Linienbus verlassen hatten und sich laut Augenzeugen in feucht-fröhlicher Laune mit ihrem Bier beladenen Bollerwagen in Richtung Westen begeben haben.

Hundeführerin Karina Schmidt wurde mit ihrer Hündin „Amy“ als erste alarmiert. Nachdem sie sich bei der Einsatzleitung alle vorhandenen Informationen zum Hergang des Verschwindens sowie genaue Personenbeschreibungen und mögliche Gegebenheiten wie Erkrankungen oder Suizidabsichten der vermissten Personen erfragt und einen Geruchsträger eines Vermissten an sich genommen hatte, ging es für das Mantrailer-Team auch schon in die Suche. Von der Wohnsiedlung aus, an Maisfeldern entlang führte die Australian Shepard Hündin „Amy“ ihre Hundeführerin, die die Aufgabe hat, die Signale ihres Hundes zu deuten und ihm an schwierigen Stellen mit Hilfeleistungen zu unterstützen, quer Feld ein durch den Wald. Nach etwa 1.500 Metern Trail, stößt „Amy“ dann auf den Vermissten, zu der der vorher aufgenommene Geruchsträger passt. Sie signalisierte ihrer Hundeführerin „Der ist es!“. Die Suche ist geglückt. Nach einer kurzen Überprüfung, ob es tatsächlich die vermisste Person ist und der Erkundigung nach möglichen Verletzungen der Person erhalten wir die Information, das die Begleiter weiter in den Wald gelaufen sind, um für den am Fuß verletzten Freund Hilfe zu holen.

Da nun ein Waldstück von etwa 30.000 Quadratmetern abgesucht werden musste, erfolgte die Alarmierung von Hundeführerin Gesine Adriaans mit ihrer Labradorhündin „Lara“ für die Flächensuche. Nachdem auch hier alle Hintergrundinformationen abgefragt wurden, legte die Hundeführerin ihre Suchtaktik fest, um das möglichst effizient und kräfteschonend abzuarbeiten. Dann wird „Lara“ von ihrer Hundeführerin taktisch durch den Wald geschickt. Tatsächlich gelang es ihr, innerhalb kurzer Zeit, zwei der vermissten Personen zu finden. Für Hundeführerin Gesine Adriaans galt die Prüfung an dieser Stelle als bestanden.

Da nicht auszuschließen war, dass die Gruppe sich unterwegs getrennt hat, wurde schlussendlich Sarah Schöler mit ihrer Pointer-Hündin „Lima“ als dritte zu prüfende Hundeführerin zum Einsatz gerufen. Mit einem weiteren Geruchsträger einer der vermissten Personen, setzte Sarah Schöler ihren Hund ebenfalls in der Ortsmitte von Sohlbach an, wo die Gruppe zuletzt gesehen wurde. Der Mantrailer führt seine Hundeführerin ebenfalls an Maisfeldern vorbei durch den Wald, bis hin zu der gesuchten Person.

Die zwei verbleibenden vermissten Personen, die jetzt noch fehlten, wurden in entgegengesetzter Richtung gesehen. Somit begann für die Mantrailer der zweite Abschnitt ihrer Prüfung.

Erneut bekam Karina Schmidt von der Einsatzleitung einen Geruchsträger, um ihren Hund auf die Suche vorzubereiten. Doch „Amy“ schaute ihre Hundeführerin bloß hilfesuchend an und wusste nicht recht, was sie tun sollte. Der Hund signalisierte ganz deutlich: Diese Person war nicht hier!

Bei Sarah Schöler und ihrer Hündin „Lima“ zeichnete sich ein ähnliches Bild ab. Nachdem der Hund den Geruchsträger bekommen hatte, stand dieser einfach nur regungslos da und hatte keinerlei Ambitionen etwas zu suchen. Auch hier musste der Einsatzleitung vermeldet werden, dass die Person hier nicht her gelaufen ist, denn „Lima“ zeigte ein Negativ.

Somit hatten nun auch die beiden Mantrailer ihre Prüfung erfolgreich absolviert.

Im Rahmen einer anschließenden kleinen Feierstunde erhielten die drei frisch geprüften Hundeführerinnen durch Prüfer Lothar Barthel und dem stellvertretenden Leiter der Feuerwehr Siegen, Henning Kämpf, der die Prüfung von Anfang an hautnah mit verfolgte, ihre Urkunde überreicht.

Somit verfügt die Facheinheit für Rettungshunde und Ortungstechnik der Feuerwehr Siegen nun über drei einsatzfähige Rettungshundeteams, die bei der Suche nach vermissten Personen eingesetzt werden können.

Weitere Informationen über die Arbeit der Rettungshundestaffel gibt es im Internet unter: www.rh57.de.

Wer den Bericht jetzt aufmerksam gelesen hat, müsste merken, dass noch immer zwei vermisste Personen fehlen. Diese wurden natürlich nicht im Wald zurück gelassen, denn sie gab es nur auf dem Papier.

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